Nach dem Finale die Kür: Drei Preisträgerkonzerte beim ARD-Musikwettbewerb 2026

Drei Wochen lang haben sie in München um Preise, Publikum und Aufmerksamkeit gespielt – ab Mitte September stehen die Gewinnerinnen und Gewinner des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD 2026 dann ohne Jury auf der Bühne. An drei Abenden hintereinander, am 16., 17. und 18. September 2026, präsentiert der Wettbewerb seine Preisträgerinnen und Preisträger in den Fächern Fagott, Orgel, Schlagzeug und Streichquartett – erst kammermusikalisch in der Musikhochschule, dann mit dem Münchener Kammerorchester im Prinzregententheater und zum Abschluss mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Herkulessaal.

75 Jahre „Olympische Spiele der Musik“

Der Wettbewerb feiert 2026 sein 75. Jubiläum. Gegründet 1952 von den Rundfunkanstalten der Bundesrepublik, steht er unter Federführung des Bayerischen Rundfunks und findet seit jeher im September in München statt. Sir Simon Rattle hat ihn einmal die „Olympischen Spiele der Musik“ genannt – ein Vergleich, den die Liste früherer Preisträger stützt: Jessye Norman, Mitsuko Uchida, Thomas Quasthoff, Christian Tetzlaff, Heinz Holliger oder das Quatuor Ebène haben hier Karrieren begonnen. Besonderheit gegenüber anderen großen Wettbewerben: Die Fächer wechseln jährlich, neben dem Gesang sind fast alle Orchesterinstrumente vertreten.

Die diesjährige Fächerkombination hat es in sich. Das Fach Orgel ist nach 15 Jahren zurück – eine Wertungsrunde fand in der Jesuitenkirche St. Michael statt –, die ersten beiden Durchgänge im Fach Streichquartett zogen ins Amerikahaus am Karolinenplatz, Fagott und Schlagzeug spielten in der Hochschule für Musik und Theater. In den Jurys sitzen unter anderem Martin Grubinger, Gustavo Núñez, Sophie Dervaux, Thierry Escaich, Vineta Sareika, Pierre Colombet und Veronika Hagen. Wie seit 2001 üblich gibt es für jedes Fach eine Auftragskomposition – in diesem Jahr von Nina Šenk (Fagott), Enjott Schneider (Orgel), Johannes X. Schachtner (Schlagzeug) und Camille Pépin (Streichquartett); für die beste Interpretation werden eigene Sonderpreise vergeben.

Finalwoche: Wer spielt am 16. September?

Wer bei den Preisträgerkonzerten auftritt, entscheidet sich erst in dieser Woche. Laut Wettbewerbskalender finden die Finalrunden am 9. September (Orgel), 11. September (Fagott) und 13. September (Schlagzeug) jeweils um 16 Uhr im Herkulessaal statt, begleitet vom Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter Bar Avni; das Streichquartett-Finale steht am 12. September um 16 Uhr im Prinzregententheater auf dem Plan. Ins Orgel-Finale haben es Julian Emanuel Becker, William Fielding und Alexis Grizard geschafft. Alle Runden werden im Videolivestream übertragen, in den Finals wird zusätzlich je ein Publikumspreis vergeben.

Um wie viel es geht, zeigt die Preisliste: In den Solofächern sind erste Preise mit 15.000 Euro dotiert, im Fach Streichquartett mit 30.000 Euro. Dazu kommen Publikumspreise, die Sonderpreise für die Auftragskompositionen, ein Sonderpreis der BRSO-Musikerinnen und -Musiker, der mit einer Mitwirkung an einem Orchesterprojekt verbunden ist, sowie Medien- und Streaming-Preise. Für die Gewinner ist der Wettbewerb damit weniger Ziellinie als Startblock – die drei Preisträgerkonzerte sind ihr erster Auftritt im neuen Status.

Die drei Preisträgerkonzerte im Überblick

  • Mittwoch, 16. September 2026, 20 Uhr – 1. Preisträgerkonzert (Kammerkonzert)
    Hochschule für Musik und Theater München, Großer Konzertsaal, Arcisstraße 12. Preisträgerinnen und Preisträger aller vier Fächer: Fagott, Orgel, Schlagzeug und Streichquartett.
  • Donnerstag, 17. September 2026, 20 Uhr – 2. Preisträgerkonzert
    Prinzregententheater, Prinzregentenplatz 12. Mit dem Münchener Kammerorchester (Konzertmeister Viktor Stenhjem); Preisträger der Fächer Fagott, Schlagzeug und Streichquartett.
  • Freitag, 18. September 2026, 20 Uhr – 3. Preisträgerkonzert
    Herkulessaal der Residenz, Residenzstraße 1. Mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Dennis Russell Davies; Preisträger der Fächer Fagott, Orgel und Schlagzeug.

Das Programm der drei Abende steht naturgemäß erst nach den Finals fest. Wer die Entscheidungen live verfolgen möchte, findet die Streams aller Runden über die Website des Wettbewerbs; alle drei Preisträgerkonzerte werden ebenfalls im Videolivestream übertragen. Karten gibt es laut Veranstalter über BRticket und München Ticket.

Ein Ausblick für alle, die den Jubiläumsjahrgang nachklingen lassen wollen: Am 7. November 2026 folgt im Prinzregententheater ein Festkonzert zum 75-jährigen Bestehen – mit ehemaligen Preisträgerinnen und Preisträgern wie Sharon Kam, Thomas Quasthoff, Antoine Tamestit, Tanja Tetzlaff, Selina Ott und Lukas Sternath.

Lage & Anfahrt

Die drei Spielstätten liegen quer über die Innenstadt verteilt: Die Prinzregententheater-Bühne im Stadtteil Bogenhausen ist über die U4 (Prinzregentenplatz) erreichbar, der Herkulessaal in der Residenz liegt wenige Gehminuten vom Odeonsplatz (U3/U4/U5/U6), die Musikhochschule an der Arcisstraße zwischen Königsplatz (U2) und Pinakotheken. Die Karte zeigt das Prinzregententheater, Spielort des zweiten Preisträgerkonzerts am 17. September.

Mehr Infos

Quellen

  • Internationaler Musikwettbewerb der ARD: Kalender (Termine, Uhrzeiten, Spielstätten, Orchester, Leitung, Ticketvertrieb der Preisträgerkonzerte und Finals), abgerufen am 7. September 2026.
  • Internationaler Musikwettbewerb der ARD: Seite „Wettbewerb 2026“ (Jubiläum, Spielorte, Jury, Preisgelder, Auftragskompositionen, Sonderpreise), abgerufen am 7. September 2026.
  • Internationaler Musikwettbewerb der ARD: Startseite „Über den Wettbewerb“ (Gründung 1952, Rattle-Zitat, frühere Preisträger, Finalisten Orgel), abgerufen am 7. September 2026.
  • Beitragsbild: Prinzregententheater München – Foto: Bbb / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0.
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