Am Sonntag, 30. August 2026, geht im Garten des Lenbachhauses ein Sommerprojekt zu Ende, das sich vier Monate lang bewusst außerhalb der Ausstellungssäle abgespielt hat. Unter dem Titel „Buntes Garten Ciao“ hat das Museum seit dem 23. April den Garten, den Vorplatz und die Umgebung bespielt – mit Performances, Workshops, Spaziergängen, Tanzabenden, Theater, Karaoke und Kaffeeklatsch. Alles draußen, alles kostenlos.
Kuratiert hat die Reihe Samira Yildirim. Die Abendzeitung fasste den Ansatz so zusammen: Das Lenbachhaus wolle pünktlich zur Freiluftsaison beweisen, dass Museum auch draußen geht. Der Name spielt auf eine Tradition an – die erste documenta entstand 1955 als Beilage der Bundesgartenschau. Rund 70 Künstler:innen, 13 Kooperationen und etwa 40 Veranstaltungen kamen über den Sommer zusammen.
Das Thema „Garten“ ist dabei weit gefasst worden: Umwelt, Klimaschutz, Ökologie, Diversität. Ernste Töne inklusive – zum Programm gehörten unter anderem die Zwangsarbeit auf der „Plantage Dachau“ in der NS-Zeit und der zehnte Jahrestag des rassistischen Anschlags am Olympia-Einkaufszentrum. Partner waren neben dem NS-Dokumentationszentrum und der Initiative München OEZ Erinnern auch das Klimanetz München, das Netzwerk Klimaherbst, das XPOSED Queer Film Festival Berlin, die LMU und die Hochschule für Fernsehen und Film.
Was vom Vorplatz bleibt
Parallel zur Veranstaltungsreihe hat das Museum begonnen, seinen Vorplatz umzugestalten – bislang gab es dort kaum Schatten und wenig zum Hinsetzen. Ein offenes Bücherregal steht bereits, dazu kommen schattenspendende Wasserbänke und ein begeh- und erlebbarer Brunnen von Jeppe Hein. Das ist der Teil des Projekts, der das Saisonende überdauert.
Zum Abschluss: die Kohlekäfer
Den Schlusspunkt setzt die Performance „Im Glanz der Kohlekäfer“ des Kollektivs Anna Kpok gemeinsam mit Stefanie Oberhoff. Die Ausgangslage ist eine erfundene, aber unangenehm plausible: Käfer, die in den Bergbauschächten des Ruhrgebiets lebten, können dort wegen der Klimaerwärmung und des steigenden Grundwasserspiegels nicht mehr bleiben, krabbeln an die Oberfläche und richten sich in Mitteleuropa neu ein – zuletzt gesichtet mitten in München. Das Publikum heißt sie willkommen und findet gemeinsam heraus, was die Tiere brauchen.
Termine: Samstag, 29. August, 14–15 Uhr und 17–18 Uhr, sowie Sonntag, 30. August, 14–15 Uhr. Treffpunkt ist der Garten des Lenbachhauses beziehungsweise der Vorplatz, die Dauer beträgt rund eine Stunde, die Teilnahme ist kostenlos. Das Museum bittet um Anmeldung unter info(at)annakpok.de und empfiehlt die Performance ab zwölf Jahren. Bei gutem Wetter findet sie im Garten statt, wo Sitzgelegenheiten bereitstehen; der barrierefreie Zugang führt über das Tor an der Luisenstraße. „Im Glanz der Kohlekäfer“ ist ein Projekt von Anna Kpok gemeinsam mit dem Fidena Festival 2026.
Weitere Termine bis zum Finale
Auch im Haus läuft das reguläre Programm der Schlusswochen weiter:
- Do, 20. August, 18–20 Uhr – Kunstgespräche: Guides in der Ausstellung
- Fr, 21. und Fr, 28. August, 15–16 Uhr – Öffentliche Führung durch die MVHS
- Sa, 22. August, 15–18 Uhr – „Up in die Laterne!“, zum Mitmachen
- So, 23. August, 11.15–12.15 Uhr – Öffentliche Führung durch die Ausstellung
- Do, 27. August, 18–19.30 Uhr – Dialog-Rundgang durch „Ein Ferngespräch. Szenen aus der Weimarer Republik“
- Sa, 29. August, 14.15–15.15 Uhr – Öffentliche Führung durch die Ausstellung
Und danach? Am Donnerstag, 3. September, 18–22 Uhr, lädt das Lenbachhaus zum Open House extra+ feat. Radio 80000 mit Drinks und Musik – dann allerdings wieder drinnen. Für den Museumsbesuch gelten die regulären Eintrittspreise; das Gartenprogramm war und bleibt bis zum 30. August umsonst.
Anfahrt & Lage
Mehr Infos
- Projektseite: Buntes Garten Ciao – Lenbachhaus
- Termin im Detail: Im Glanz der Kohlekäfer (30. August)
- Gesamtkalender: Veranstaltungen im Lenbachhaus
- Besuch planen: Öffnungszeiten & Eintritt
- Noch mehr Kunstareal: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus und Rei Naito in der Pinakothek der Moderne