Es gibt diese Sonntage, an denen die Welt für zwei Stunden stillsteht. Der 28. Juni 2026 könnte einer davon werden. Dann nämlich gastiert der Cellist Emanuel Graf gemeinsam mit der Kammerphilharmonie Ingolstadt unter Olivier Tardy in der Klosterkirche Dietramszell – jenem barocken Bau mit der mächtigen Akustik im Voralpenland, der seit Jahren zu den schönsten Konzertorten Oberbayerns zählt.
Ein Cello aus dem Jahr 1690

Im Mittelpunkt steht Grafs Instrument: das legendäre Stradivari-Cello „L’Évêque de La Rochelle“ von 1690. Antonio Stradivaris Instrumente sind selten – jedes besitzt eine eigene Klangsignatur, einen eigenen Charakter. L’Évêque steht im Ruf, einen besonders warmen, tragenden Ton zu haben, der sich nahtlos in akustisch generöse Räume einfügt.
Programm: Dvořák, Offenbach, Mozart
Auf dem Programm stehen Werke von Antonín Dvořák, Jacques Offenbach und Wolfgang Amadeus Mozart – eine Werkauswahl, die die Spannweite des Cellos im 19. Jahrhundert eröffnet, vom lyrisch-singenden Romantiker bis zum klassisch-eleganten Wiener Stil. Die Kammerphilharmonie Ingolstadt, hervorgegangen aus dem 1961 gegründeten Georgischen Kammerorchester, gilt seit Jahrzehnten als verlässlicher Partner für Solisten, die Tiefenarbeit am Werk schätzen.
Klosterkirche als Resonanzraum
Die Klosterkirche Dietramszell wurde im 18. Jahrhundert ausgestattet – ihre weite Schalleinfaltung macht aus dem Raum quasi ein eigenes Instrument. Wer hier schon einmal saß, weiß: Streichinstrumente klingen in Dietramszell anders. Voller, weicher, nachhaltiger.
Termin: Sonntag, 28. Juni 2026, 18:00 Uhr, Klosterkirche Dietramszell. Tickets über die Reihe „Musik im Kloster Dietramszell“.