Faust, Popelka und ein Gruß an Henze: Die Münchner Philharmoniker in der Isarphilharmonie

Anfang Juli treffen in der Isarphilharmonie drei sehr unterschiedliche Klangwelten aufeinander – böhmische Romantik, ein traumverlorenes Spätwerk und ein russischer Feuervogel. Am Freitag, 3. Juli, um 19:30 Uhr und am Samstag, 4. Juli, um 19 Uhr spielen die Münchner Philharmoniker unter ihrem Gast Petr Popelka ein Programm, das die Geigerin Isabelle Faust als Solistin in den Mittelpunkt rückt – und das zugleich an einen der prägenden deutschen Komponisten des 20. Jahrhunderts erinnert.

Dvořáks einziges Violinkonzert – mit Isabelle Faust

Den Abend eröffnet Antonín Dvořáks Violinkonzert a-Moll op. 53, das einzige Werk dieser Gattung aus seiner Feder. Komponiert in seiner „slawischen“ Schaffensphase, verbindet es virtuose Solistik mit den Tanzrhythmen und Melodiebögen der böhmischen Volksmusik, der sich Dvořák hier mit besonderer Hingabe zuwandte.

Mit Isabelle Faust ist eine Solistin von Weltrang zu Gast. Die 1972 in Esslingen geborene Geigerin – auf ihrer „Dornröschen“-Stradivari von 1704 zu hören – gilt als eine der gefragtesten ihres Fachs und ist für ihren klaren, historisch informierten Ton ebenso bekannt wie für ihre Neugier auf selten gespieltes Repertoire.

Ein Geburtstagsgruß an Hans Werner Henze

Der Termin ist kein Zufall: Am 1. Juli 2026 wäre Hans Werner Henze 100 Jahre alt geworden. Mit »Sebastian im Traum«, einem seiner späten Orchesterwerke, ehren die Philharmoniker den 2012 verstorbenen Komponisten, der einst die Münchener Biennale für neues Musiktheater gründete und mehrfach mit dem Orchester zusammenarbeitete.

Inspiriert von den oft rätselhaften, visionären Versen Georg Trakls entfaltet Henze in dieser „Salzburger Nachtmusik“ eine schwebende, traumhafte Klangfläche – mal zart und lyrisch, mal düster und aufgewühlt. Für viele im Publikum dürfte es die erste Begegnung mit einem Werk sein, das den Konzertsaal kurz in einen anderen Aggregatzustand versetzt.

Strawinskys Feuervogel

Den farbenprächtigen Schlusspunkt setzt Igor Strawinskys Orchestersuite zu »L’Oiseau de feu« (Der Feuervogel) in der Fassung von 1919. Aus der Ballettmusik, mit der der junge Strawinsky 1910 für die Pariser Ballets Russes seinen Durchbruch feierte, destillierte er eine kompakte Suite, die archaische Volksmusikanklänge und progressive Rhythmik bündelt – ein Werk, das bereits auf die avantgardistischen Eruptionen seiner späteren Ballette vorausweist.

Am Pult steht der tschechische Dirigent Petr Popelka, seit der Saison 2024/25 Chefdirigent der Wiener Symphoniker, der sich in den vergangenen Jahren an der Spitze namhafter Klangkörper etabliert hat.

Drei Abende – auch für junges Publikum

Das Programm ist gleich dreimal zu erleben: Den beiden Abendkonzerten am 3. und 4. Juli geht am Donnerstag, 2. Juli, um 18:30 Uhr ein moderiertes Kinder- und Jugendkonzert voraus, durch das Malte Arkona führt – ein niedrigschwelliger Einstieg für alle, die Faust, Popelka und das Orchester zum ersten Mal erleben möchten.

Lage & Anfahrt

Die Isarphilharmonie im Gasteig HP8 liegt in Sendling; die Anreise gelingt am besten mit der Tram 18 (Haltestelle Brudermühlstraße) oder der U3 (Brudermühlstraße), zu Fuß sind es von dort wenige Minuten.

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Quellen

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